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Presseerklärung
vom 29.10.2001
Die Delta-Bau
Aktionswochen in der Arbeitersiedlung City-West wurden heute, Sonntag
28.10.01, um 11.00 Uhr von der Polizei vorzeitig beendet
Der Geschäftsführer
der ABG-Holding, Frank Junker, hat gegen die Wiederbeleber des entmieteten
Wohnhauses Voltastr. 40 Strafantrag gestellt und mit drei Hundertschaften
Bereitschaftspolizei aus Wiesbaden räumen lassen.
Es wurden Eltern vor den Augen ihrer Kinder in einem Gefangenentransporter
weggefahren, um Erkennungsdienstliche Maßnahmen durchzuführen
und einige erst um 20.30 Uhr wieder freigelassen.
Statt mit den
AktivistInnen zu verhandeln und ein friedliches Ende der Aktion
zu ermöglichen, hat Herr Junker es vorgezogen, die staatliche
Gewalt herbeizurufen. So gab es vor dem Polizeieinsatz keinerlei
Gespräche mit ihm. Und auch nach der Räumung zeigte er
sich hart als es darum ging, die im Haus verbliebenen Gegenstände
wieder abzutransportieren.
Wichtiger war es ihm, das zum Abriss vorgesehene Haus nach "Schäden"
und Sachbeschädigungen zu durchsuchen.
Dabei waren
es seine Handwerker, die das Haus beschädigt haben, als sie
mutwillig die Wasser- und Strominstallationen zerstörten.
Durch seine
starre Haltung und seine mangelnde Bereitschaft zu Verhandlungen
hat Frank Junker bewiesen, dass es mit seinem Demokratieverständnis
nicht weit her ist - er arbeitet gegen die Interessen der MieterInnen
aus städtischen Wohnungen.
Wie es anders
gehen kann, haben Polizei und Vertreter des Bundesvermögensamtes
bei der Aktion in der Schumannstr. 59 Anfang September bewiesen.
Statt auf staatliche Gewalt wurde auf Dialog gesetzt. Die AktivistInnen
haben ihrerseits die Zusagen eingehalten und das Haus freiwillig
geräumt. Eine solche Lösung wäre auch in der Voltastraße
möglich gewesen.
Der Polizeieinsatz
war in dieser Form vollkommen unnötig und überzogen, was
sich auch daran zeigte, dass es von Seiten der AktivistInnen zu
keinerlei Widerstand gekommen ist.
Von einem Angestellten,
der letztendlich im Dienste der Kommune steht, erwarten wir mehr
politisches Feingefühl. Ein soziales Problem, wie der anhaltende
Mangel an günstigem Wohnraum, insbesondere für größere
Gruppen und andere Formen des Zusammenlebens, lässt sich nicht
durch polizeiliche Gewalt lösen.
Wir fordern die Parteien im Römer auf, Druck auf Frank Junker,
Hüter über tausende von städtischen Wohnungen auszuüben,
um
1. die Herausgabe unserer in der Voltastrasse verbliebenen Gegenstände
zu ermöglichen
2. die Strafanzeigen zurückzuziehen
3. endlich bezahlbaren Wohnraum für Wohngemeinschaften, Gruppen
und Initiativen zur Verfügung zu stellen.
Frankfurt am
Main, den 28.10.01
initiative gemeinsames
leben im 21.jahrhundert + ProWoKultA e.V. "Projekte für
Wohnen, Kultur und Aktion" + Street re.public + Wagenplatz
Rödelheim + Wohnprojekt Fritze "anders wohnen, anders
leben e.V." + BAF "beatz against fascism" + Playground
+ Jugendliche JuZ- Bockenheim + Raumstation Rödelheim
Presseerklärung
vom 27.10.2001
Willkommen
auf dem Delta Bau
wir setzen ungenutzten
Raum in Stand, und beleben für Sie die City-West.
Unsere HandwerkerInnen aus den verschiedensten Zünften der
Baubranche sanieren die Voltastr. 40.
Wohnhäuser
vor dem Abriss zu bewahren und mit einem bunten Kinder- und Kulturprogramm
wiederzubeleben ist unser Auftrag!
Wir sind ein
Zusammenschluss von Frankfurter Gruppen, die sich zu dieser Aktion
zusammengefunden haben, um auf die katastrophale und sich ständig
verschlechternde Wohn- und Lebenssituation aufmerksam zu machen.
Unter dem gemeinsamen
Namen "Delta-Bau" haben wir am 27.10.2001 ein Wohnhaus
der größtenteils entmieteten Arbeiter-siedlung wiederbelebt.
Geplant sind zwei Aktionswochen mit einem interessanten Kulturprogramm
und abwechslungsreichen Veranstaltungen.
Wir wollen mit
dieser Aktion auf die mieterfeindliche Frankfurter Wohnungspolitik
hinweisen, die mit der Umstrukturierung des Innenstadtbereichs zu
einer Verödung des Stadtlebens führt.
In den letzten
sechs Jahren sind die Mieten in den Wohnungen der städtischen
Wohnungsbaugesellschaften (ABG Holding, AG Hellerhof, FAAG, MIBAU
und Wohnheim GmbH) um bis zu 60% gestiegen. Außerdem wurden
Mietverträge rechtswidrig gekündigt - die Unwissenheit
der Mieter wurde ausgenutzt, um sie aus ihren Wohnungen zu vertreiben.
Wir fordern:
" Kein
Abriss der Arbeitersiedlung City-West
" Eine
preisgünstigere Sanierung dem Abriss und Neubau vorziehen
" Direkte
Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt am Main über die Nutzung
leerstehenden Wohnraums durch Initiativen
" Stoppt
die kontinuierliche Zerstörung preiswerten Wohnraums durch
jahrelangen Leerstand, Umwandlung
in Luxuseigentumswohnungen, den Bau leerstehender Bürotürme
und damit die systematische Vertreibung ärmerer Menschen an
den Stadtrand
Für ein soziales und solidarisches Miteinander in unserer Stadt
Frankfurt, den 27.10.2001
initiative gemeinsames leben im 21.jahrhundert + ProWoKultA e.V.
"Projekte für Wohnen, Kultur und Aktion" +
Street re.public + Wagenplatz Rödelheim + Wohnprojekt Fritze
"anders wohnen, anders leben e.V." +
BAF "beatz against fascism" + Playground + Jugendliche
JuZ- Bockenheim
Presseerklärung
vom 8.9.2001
Schumannstraße
59 wiederbelebt!
Nach der spektakulären
Wiederbelegung des Hauses Schumannstraße 59 im Frankfurter
Westend am Freitag, den 7. September, können wir nach Verhandlungen
mit der Polizei, sowie mit Vertretern der Eigentümer, wie erhofft
unser Programm bis Montag durch führen.
Dieses beinhaltet
neben dem Kulturprogramm eine Pressekonferenz, die heute Samstag,
den 8.9.2001 um 18:00 Uhr direkt im Haus statt finden wird. Wir
werden einen Film über unsere Aktion zeigen, sowie näher
auf unsere Ziele, Inhalte und den weiteren Aktionsverlauf eingehen.
Dazu laden wir
Sie herzlich ein und hoffen auf rege Beteiligung.
Frankfurt, 8.September 2001
igl21 (Initiative
Gemeinsames Leben im 21. Jahrhundert)
Presseerklärung
vom 7.9.2001
Das Alpha-Team
in Aktion!
Immer mehr Häuser
in Frankfurt leiden an den gleichen Symptomen, Leerstand und Wohnraumzweckentfremdung:
Mit einem Großeinsatz des Alpha-Teams und freiwilligen Helfern
wird das seit langem im Koma liegende Haus Schumannstr.59 wiederbelebt.
Als lebensrettende Sofortmaßnahme haben wir das Haus bezogen
und mit einem bunten und spaßigen Kinder- und Kulturprogramm
den Gesundheitszustand des Patienten stabilisiert.
Das Alpha-Team
ist eine Aktionsgruppe der igl21 (Initiative Gemeinsames Leben im
21.Jahrhundert) und macht mit dieser Performance auf die ausweglose
Situation für größere Wohn- und Lebenszusammenhänge
auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt geeigneten Wohnraum zu finden
aufmerksam.
Die Initiative
besteht aus einer bunten Mischung vom Säugling zum Gymnasiasten,
vom/n MigrantInnen der 2. und 3.Generation, allein-erziehenden Elternteilen,
über KünstlerInnen, StudentInnen, ArbeiterInnen, bis hin
zum/r Selbstständigen.
6 Frauen, 8 Männer, 6 Mädchen und 3 Jungen, alle zwischen
4 Monate und 40 Jahre alt und was wir wollen ist :
Einen Platz wo wir alle zusammen leben können!
Auf der Suche
danach sind wir schnell an Grenzen gestoßen. Auf Grund der
Frankfurter Wohnraumsituation gab es bis jetzt keine Möglichkeit
ein für uns geeignetes Haus, weder über das Wohnungsamt
noch über den freien Immobilienmarkt, anzumieten. Von Glück
kann mensch sprechen, wenn sich 2 Wohnungen in einem Haus finden
lassen.
Die Nummer 59
in der Schumannstraße ist als Wohnhaus ausgeschrieben und
steht bereits seit langen Jahren leer. Eigentümer ist das Bundesvermögensamt.
Auf direkte Anfrage durch unsere Initiative nach Infomaterial über
die Liegenschaft, haben wir keine Antwort erhalten.
Wegen einer angeblichen Gefährdung der Bausubstanz durch Nässe
kann dort nicht gewohnt werden. Wir befürchten, das hier, wie
in so vielen Gebäuden in Frankfurt, eine Umwandlung in Büroraum
angestrebt wird.
Die Wiederbelebung
hat um 14 Uhr mit einer Performance des Alpha-Teams begonnen und
anschließend findet ein lautes und freches Kinderfest mit
Schminken, Sackhüpfen, Kinderdisco und Straßenmalen statt.
Wüstchen und Getränkestände werden von den Kindern
selbst organisiert.
Am Samstag, den 8.9. wird es ein gemischtes Kulturprogramm und Informations-
und Diskussionsveranstaltungen geben.
Sonntags gibt es ein Frühstücksbuffet und Kinderflohmarkt.
Die Aktion endet mit einem Filmabend.
Große leere Häuser, die wiederbelebt werden müssen,
gibt es genug.
Wir fordern:
- direkte Verhandlungen
mit der Stadt Frankfurt am Main und dem Bundesvermögensamt
über die Nutzung eines leerstehenden Wohnhauses für unsere
Initiative
- Leerstehenden
Wohnraum innovativen Wohnprojekten zur Verfügung stellen.
Für
ein soziales und solidarisches Miteinander in unserer Stadt
Frankfurt, September
2001
Alpha-Team, Aktionsgruppe der igl21 (Initiative Gemeinsames Leben
im 21. Jhdt.)
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