INITIATIVE FÜR GEMEINSAMES LEBEN IM 21. JAHRHUNDERT

Pressespiegel

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8.9.2001

Hausbesetzung im Westend
"Tolles Zeichen gegen die Luxus-Vergewaltigung des Wstends" / Vorerst keine Räumung

rsn. Eine Gruppe einer sogenanten "Initiative Gemeinsames Leben im 21. Jahrhundert" hat gestern nachmittag an der Ecke von Schumannstraße und Dantestraße im Westend ein Haus besetzt. Die sechs Frauen, acht Männer und sechs Kinder des "Alpha-Teams" wollen nach damit nach eigenen Angaben darauf hinweisen, daß es in Frankfurt "ausweglos" sei, für größere Lebensgemeinschaften eine Unterkunft zu finden. Tür und Tor des Hauses hätten sich "wie von selbst" geöffnet, hies es an einem vor dem Haus aufgestellten Informationsstand. Das nach Angaben von Nachbarn seit Jahren leerstehende Haus ist Eigentum des Bundesvermögensamts in Frankfurt. Es soll nach dem Willen der Gruppe noch bis morgen abend besetzt bleiben.
Eine Räumung ist nach Angaben von Polizeisprecher Franz Winkler "vorerst nicht vorgesehen". Die Besetzung Stelle derzeit "kein Problem" dar, weil sich die Besetzer friedlich verhielten. Außerdem habe der Eigentümer, das Bundesvermögensamt, bisher "keinen Strafantrag" gestellt, der Voraussetzung für eine Räumung sei.

Die Besetzeer werden bei ihrer Aktion von etwa 100 "Helfern" unterstützt, die gemeinsam vor dem Haus ein "Hoffest" feierten. "Wir fordern die Stadt Frankfurt auf, leerstehenden Wohnraum innovativen Wohnprojekten zur Verfügung zu stellen", sagte ein Mitglied des "Alpha-Teams". Im 88-Punkte-Plan, der Mitte Juni zwischen der CDU und den Grünen im Römer ausgehandelt worden sei, habe gestanden: "Innovative Wohnprojekte fördern". Die Gruppe sei innovativ und kreativ. Es sei daher nichtz zu akzeptieren, aß das Gebäude aus dem Jahr 1902 zwar ein Wohnhaus sei, hier aber trotzdem keine Lebendsgemeinschaften einziehen dürfe. Entsprechende Anfragen an das Vermögendsamt seien mit der Begründung abgelehnt worden, die Bausubstanz sei durch Nässe gefährdet.
Mehre Anwohner zeigten Verständnis für die Forderung der Gruppe."Ich finde es gut, was hier geschieht", sagte der 83 Jahre alte Gottfried Schwandler. Es sei unverständlich, daß die 600 Quadratmeter große Villa seines Wissens nach nur an Konsulate vermietet werden solle, während viele Menschen im Westend wegen der hohen Preise keine Wohnung fänden. Es gebe in Frankfurt noch mehrere Dutzend Häuser, die ebenfalls besetzt werden sollten, meinte gar ein anderer Anwohner.
Konrad Knolle, Pfarrrer der nahe gelegenen evangelischen Kirchengemeinde Christus-Immanuel, sagte: "Die Besetzung ist ein tolles Zeichen gegen die Luxus-Vergewaltigung des Westends." Die hier üblichen Mieten lägen deutlich über 30 Mark. Das könne niemand zahlen. Sollte es zum Konflikt mit der Polizei kommen, will Knolle seine Kirche als Obdach zur Verfügung stellen.

sorry für die Tipfehler, ich muss es später nochmal korrekturlesen, aber jetzt ist es zu spät. 9.9.2001 3:23 Uhr

Frankfurter Neue Presse

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Frankfurter Rundschau vom 8.9.2001